Wildleder sieht nach ein paar Monaten im Alltag nicht mehr aus wie am ersten Tag. Staub setzt sich in den Flor, ein Regenschauer hinterlässt Ränder, ein Griff mit fettigen Fingern einen dunklen Fleck. Das ist normal und meist schnell behoben. Wichtig ist nur, Wildleder nicht wie glattes Leder zu behandeln: Es wird gebürstet, nicht eingecremt.
Warum Wildleder anders ist
Wildleder, auch Suede genannt, entsteht durch Anschleifen und Aufrauen der Lederoberfläche. So wird die samtige Faserstruktur sichtbar. Diese offene Oberfläche fühlt sich warm und weich an, nimmt aber Feuchtigkeit und Fett schneller auf als geschlossenes Leder. Jede Reinigung dreht sich deshalb um eine Sache: den Flor offen und gleichmässig halten.
Das brauchst du
- Eine Wildlederbürste, mit Messing- oder Kreppborsten
- Einen Wildleder-Radierer
- Etwas Kreide oder Babypuder für Fettflecken
- Ein Imprägnierspray für Wildleder
Wildleder reinigen in vier Schritten
1. Trocken ausbürsten
Mit der Bürste in eine Richtung über die ganze Fläche gehen. Das löst Staub und richtet den Flor auf. Sanfter Druck genügt, die Bürste macht die Arbeit. Glänzende Stellen, an denen sich der Flor gelegt hat, vorsichtig gegen den Strich aufrauen. Für die meisten Verschmutzungen ist das schon alles.
2. Trockene Flecken radieren
Was das Bürsten nicht löst, mit dem Wildleder-Radierer leicht bearbeiten, beim ersten Mal an einer unauffälligen Stelle. Danach die Stelle wieder aufbürsten, damit sich der Flor angleicht.
3. Fettflecken abdecken
Je früher, desto besser: Kreide oder Babypuder auf den Fleck geben und über Nacht einwirken lassen. Das Pulver zieht das Fett aus den Fasern. Am nächsten Tag ausbürsten.
4. Nach Regen: erst trocknen, dann bürsten
Ist das Wildleder nass geworden: das Wasser sofort mit einem saugfähigen Tuch abtupfen, nicht reiben. Die Tasche leicht mit Papier ausstopfen, damit sie ihre Form behält, und bei Raumtemperatur vollständig trocknen lassen, nicht auf der Heizung und nicht mit dem Föhn. Wasserflecken nie feucht bearbeiten. Ist alles trocken, den Flor mit der Bürste wieder aufrichten. Trocken ausbürsten genügt fast immer.
Was du vermeiden solltest
- Lederfett, Creme oder Öl: Sie verkleben den Flor und dunkeln das Wildleder dauerhaft ab.
- Waschmaschine und Einweichen.
- Kräftiges Reiben mit einem nassen Tuch: Das verteilt den Schmutz und hinterlässt Ränder.
- Hitze zum schnelleren Trocknen.
Vorbeugen statt reinigen
Ein Imprägnierspray schützt vor Feuchtigkeit und Schmutz, bevor sie einziehen. Vor dem ersten Einsatz an einer unauffälligen Stelle testen, dünn und aus Abstand aufsprühen, vollständig trocknen lassen und danach aufbürsten. Zwei- bis dreimal pro Jahr auffrischen, vor der nassen Jahreszeit lohnt es sich besonders.
Wildleder bei UrbanGent
Die Metro Rover Bag und die Nomad Pouch in Cognac sind aus Suede. Mit Bürste, Radierer und Imprägnierung bleiben sie über Jahre samtig. Wie du die schwarze Variante pflegst, steht im Pflegeguide.